Zweite Sprache

Unterricht der ersten Fremdsprache in der Grundschule

1. Einleitung

Eines der Grundprinzipien der Europäischen Schulen ist den Kindern die Möglichkeit zu bieten, eine zweite Sprache zu lernen, und dies nahezu vom ersten Schultag an.

Diese Sprache ist eine der drei Arbeitssprachen der Europäischen Union und zwar zur Wahl:

  • Deutsch
  • Englisch
  • Franzözisch

Diese Sprache wird für jedes Kind seine Zweitsprache (LII). Diese Zweitsprache muss bis zum Europäischen Abitur beibehalten werden (die einzig mögliche Ausnahme ist in der 6. und 7. Klasse der Oberstufe, in denen die Zweitsprache eine andere sein kann als die Arbeitssprache – d.h. die Sprache in der Erdkunde/Geschichte und ggf. Ökonomie unterrichtet werden)

a)  Ziele des Unterrichts

Die Ziele des Fremdsprachenunterrichts sind:

  • Das Kind soll Freude daran haben, eine neue Sprache zu lernen
  • Dem Kind bewusst zu machen, dass es die Fähigkeit in sich hat, eine Fremdsprache nicht nur verstehen, sondern sich auch in dieser Sprache ausdrücken zu können
  • Die Integration des Kindes in das System der Europäischen Schulen zu vereinfachen, indem es nicht nur die Sprache der anderen Schüler, sondern auch deren Kultur versteht
  • Dem Kind die Fähigkeit zu vermitteln, in der Oberstufe gewisse Fächer in einer Fremdsprache zu folgen
  • Ein Sprachgefühl überhaupbt, sowie des Gefühl für die Sprache in ihren unterschiedlichen Zusammenhängen zu vermitteln
  • Sich eine Kultur aneignen durch Sprachlehrer, die in ihrer Muttersprache unterrichten

b)  Die Fremdsprache in der Europäischen Schule:

Grundschule/1. Klasse     Zweitsprache, LII

Oberstufe/1. Klasse        LIII

Oberstufe/3. Klasse        Unterricht der Humanwissenschaften (Geschichte u. Erdkunde) in LII

Oberstufe/4. Klasse        LIV (Geschichte/Erdkunde/Ökonomie in LII)

c)  Kontext, in dem die Sprachen unterrichtet werden

Die Vielsprachigkeit unserer schulischen Bevölkerung (Familienzusammensetzung, beruflicher Werdegang der Eltern…) haben zur Folge, dass die Schüler jeder mit seinen ihm eigenen Kenntnissen hier ankommt.

In der Tat wird das Erlernen einer Sprache beeinflusst durch die persönlichen Erfahrungen zu Hause, die Fähigkeiten und die Begabung jedes einzelnen, sowie das sprachliche Umfeld der Schule.

Dies hat zur Folge, dass in den jeweiligen Sprachgruppen Schüler sind, die als Anfänger eingestuft werden können und andere, die diese Sprache bereits mündlich beherrschen.

Diese Heterogenität sorgt für eine sehr stimulierende Lehrsituation, in der die Schüler gegenseitig voneinander lernen.

2. Organisation/ziele des unterrichts in der Grundschule

a)  Organisation

In allen Grundschulklassen wird täglich eine Schulstunde Zweitsprachenunterricht erteilt.

Der Sprachenunterricht  findet in Gruppen statt, die sich aus Kindern verschiedener Nationalitäten zusammensetzen, auch findet der Unterricht in einem anderen Klassenraum statt. Der Zweitsprachenlehrer wird den Eltern anlässlich eines Elternabends die Ziele und den Programminhalt des Unterrichts erläutern. Sie können auch einen persönlichen Termin mit ihm vereinbaren. Die Höchstzahl der Schüler im Sprachunterricht liegt bei 25 Kindern.

Für Kinder, die in der 3., 4. oder 5. Klasse neu sind und über unzureichende Zweitsprachekenntnisse verfügen.

b)  Ziele un Verwirklichung

Das Erlernen der Zweitsprache verfolgt vorrangig folgende Ziele:

Das Vermitteln der 4 Aspekte einer Sprache: mündlicher und schriftlicher Ausdruck sowie mündliches und schriftliches Verständnis, wobei der Schwerpunkt auf die kulturellen Werte des Landes gelegt werden sowie auf die Kommunikation.

In der 1. und 2. Klasse wird der Schwerpunkt hauptsächlich auf den mündlichen Ausdruck und das Hörverständnis gelegt, der schriftliche Ausdruck wird nur ansatzweise gefördert. Der Unterricht wird in spielerischer Form erteilt und es wird großer Wert gelegt auf die aktive Teilnahme der Kinder.

In der 3., 4. und 5. Klasse wird auch weiterhin großer Wert auf die aktive Mitarbeit im Unterricht gelegt, besonders gefördert wird der mündliche Ausdruck. Da der passive und aktive Wortschatz in der Muttersprache gefestigt sind, wird im Zweitsprachenunterricht auch vermehrt das Lesen in der Zweitsprache sowie der schriftliche Ausdruck gefördert.

3. Wahl der ersten Fremdsprache

Die Wahl der Zweitsprache bleibt den Eltern überlassen. Aufgrund der Bedeutung, die dieses Fach auf den schulischen Werdegang Ihres Kindes hat (u. a. was die Anzahl Wochenstunden betrifft) möchten wir Ihnen hier einige Empfehlungen geben:

Es ist wünschenswert, dass die Zweitsprache (Deutsch, Englisch oder Französisch) eine Sprache ist, zu der das Kind eine Beziehung hat: D.h.

Entweder die Hause gesprochene Zweitsprache oder die Landessprache oder eine Sprache mit der das Kind regelmaßig in Kontakt sein wird (Großeltern, Freunde, Ferien,…)

ACHTUNG: Die Zweitsprache muss während der gesamten Schulzeit d.h. in der Grundschule und Sekundarschule beibehalten werden.

ACHTUNG: Ab der 3. Klasse der Sekundarstufe werden Humanwissenschaften in der Zweitsprache unterrichtet, später einige Wahlfächer (s. 1.b); aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass diese Sprache während der gesamten Grundschulzeit gelernt wird.

4. Schlussfolgerung

Die Europäischen Schulen haben in ihrem über 40-jährigen Bestehen eine gro große Erfahrung auf dem Gebiet des frühzeitigen Erwerbens einer Fremdsprache gesammelt.

Sollten Sie bei der Wahl der Zweitsprache noch unsicher sein oder möchten Sie weitere Informationen diesbezüglich erhalten, so zögern Sie nicht Kontakt aufzunehmen mit dem Direktor der Grundschule oder seinen Mitarbeitern.

Link für die Lehrpläne